Aufbau des FAI-Regelwerks
Die Sportordnung der FAI (Fédération Aéronautique Internationale) ist im Sporting Code zusammengefasst. Der Flugmodellsport ist in Abschnitt 4 geregelt (Band F1 - Freiflug, F2 - Fesselflug, F3 - RC usw.). Jeder Band gliedert sich in einen allgemeinen Teil (General Rules), der für alle Klassen gilt, und einen ausführlichen Teil für jede Klasse.
Die Regeln werden jährlich aktualisiert und die Änderungen treten am 1. Januar in Kraft. Die Plenarsitzung der CIAM (Commission Internationale d'Aéromodélisme) stimmt über die vorgeschlagenen Änderungen ab. Prüfe stets, dass du die neueste Fassung hast, die kostenlos auf der FAI-Website im PDF-Format verfügbar ist.
Technische Anforderungen der Klasse
Jede Klasse legt genaue technische Anforderungen fest. Zum Beispiel F1B (Gummimotor): Mindestgewicht 230 g, maximales Gummigewicht 40 g, keine Spannweitenbeschränkung, vorgeschriebener DT-Timer. F1A (Hochstartsegler): Mindestgewicht 410 g, maximale Flügelfläche 34 dm², Schleppleine maximal 50 m.
Wichtige Parameter sind: das Mindestgewicht (bei der technischen Abnahme auf einer Waage geprüft), Spannweite oder Flügelfläche, Materialbeschränkungen (z. B. Kohlefaser in manchen Juniorenklassen verboten), Anforderungen an den DT-Mechanismus und die maximale Flugzeit. Wird ein Parameter nicht erfüllt, wird das Modell nicht zum Flug zugelassen.
Ablauf des Wettbewerbs
Wettbewerbe bestehen aus Runden. Jede Runde hat eine festgelegte Höchstzeit (Max), z. B. 180 Sekunden in den F1B-Qualifikationsrunden, und ein Arbeitszeitfenster, in dem der Teilnehmer starten muss. Ein typisches Fenster beträgt 5-10 Minuten. Der Teilnehmer wählt den Startzeitpunkt innerhalb des Fensters.
Die Flugzeit wird vom Moment des Loslassens des Modells (bei F1B - Freigabe des Gummis oder Handstart) bis zur Landung gemessen. Erreicht das Modell die Höchstzeit, wird das Max gewertet (z. B. 180 s). Die Anzahl der Runden ist im Wettbewerbsreglement festgelegt, meist 5-7 Runden bei einer eintägigen Veranstaltung.
Wertung und Klassifizierung
In den meisten Freiflugklassen ist die Wertung die Summe der Flugzeiten aller Runden. Ein Teilnehmer, der in jeder Runde ein Max erreicht, kommt ins Fly-off. Fly-offs haben kürzere Höchstzeiten (z. B. 240 s, dann 180 s, 120 s) und werden fortgesetzt, bis ein Sieger feststeht.
Bei Gleichstand gelten zusätzliche Kriterien: das Ergebnis der letzten Runde, die Summe der Zeiten ohne die Maxima oder eine zusätzliche Fly-off-Runde. Nationale Regeln können von der FAI abweichen, zum Beispiel können polnische Regeln andere Rundenzeiten oder Fly-off-Abläufe vorsehen. Lies stets die Regeln des konkreten Wettbewerbs, nicht nur die allgemeinen Klassenregeln.
Nationale Regeln und FAI im Vergleich
Der Polnische Aeroclub gibt nationale Regeln auf Grundlage der FAI-Bestimmungen heraus, die jedoch lokale Anpassungen enthalten können. Das betrifft besonders die Juniorklassen (z. B. P-30, nationale HLG), die es im FAI-Regelwerk nicht gibt, sowie vereinfachte Versionen von FAI-Klassen für Wettbewerbe niedrigerer Ebene.
Unterschiede können betreffen: die maximalen Rundenzeiten, die Anzahl der Runden, die Lizenzanforderungen, die Abläufe der technischen Abnahme und sogar die Abmessungen und Gewichte der Modelle. Veranstaltungen des Polen-Pokals und der polnischen Meisterschaft verwenden FAI-Regeln. Regionale und Vereinswettbewerbe können vereinfachte Regeln verwenden. Frage den Veranstalter stets, welches Regelwerk gilt.
Praktische Tipps
Die FAI-Regeln findest du auf fai.org im Bereich Documents. Die nationalen Regeln veröffentlicht der polnische Aeroklub auf seiner Website. Abonniere den Mailverteiler deiner Klasse oder ein Modellbauforum: Erfahrene Wettkämpfer diskutieren dort Regelauslegungen und kündigen Änderungen an.
Die häufigsten Regelfallen: eine veraltete Fassung der Regeln (Änderungen treten jährlich in Kraft), das Gewicht des Timers nicht im Mindestgewicht berücksichtigen, die Schleppleinenlänge überschreiten, fehlende vorgeschriebene Kennzeichnungen. Erstelle vor jedem Wettbewerb eine Checkliste der technischen Anforderungen und prüfe das Modell Punkt für Punkt. Ein einziger Formfehler kann monatelange Vorbereitung zunichtemachen.